ERFAHRUNGSBERICHT: MIT SCHRIFTDOLMETSCHERINNEN IN DER SCHULE

Sevvins, SD-Userin

Die gesamte Oberstufe hindurch wurde Sevvin von uns Schriftdolmet­scherinnen begleitet. Ihre Erfahrungen hat sie in einem Bericht niedergeschrieben, damit auch Sie sich ein Bild von Schriftdolmetschen im Schulunterricht machen können.

Von Sevvin Kartal

Schriftsprachdolmetscherinnen bzw. Schriftsprachdolmetscher sind Begleiter für hörgeschädigte Studentinnen, Studenten, Schülerinnen und Schüler. Sie begleiten einen Schüler/Studenten jede Woche mit ihren Laptops. Deren Aufgabe ist nun, das Unterrichtsgespräch mitzuschreiben, um das Zuhören der Hörgeschädigten zu erleichtern. 

Ich bin selbst hörbeeinträchtigt, denn ich trage Cochlea-Implantate auf beiden Ohren. Die Schule war mir schon immer wichtig, deshalb wollte ich nach der achten Schulstufe das Oberstufenrealgymnasium in der Anton-Krieger-Gasse besuchen. In derselben Schule habe ich vier Jahre die Neue Mittelschule besucht und wurde mit einem anderen Schulkollegen dort in einer Inklusionsklasse von einer Lehrerin aus der Stammschule BIG begleitet. 

Das Interesse am Gymnasium haben einige Hörbeeinträchtigte leider verloren, das heißt, dass ich als hörbeeinträchtigte Schülerin in der Oberstufe alleine war. Ich konnte dadurch nicht mehr 14 Stunden unterstützt werden wie in der Unterstufe, ich hatte nur noch 7 Stunden Unterstützung von zwei Lehrern aus der Stammschule BIG. 

Die 7 Stunden waren mir leider zu wenig, deshalb beschloss ich, gemeinsam mit den Lehrern aus meiner Schule und der Stammschule das Schriftsprachdolmetschen-Team zu beantragen. Nach dem Antrag habe ich Gudrun in ihrem Büro kennengelernt und wir haben über unseren Stundenplan geredet und wo ich Unterstützung brauche. 

Die anderen Schriftsprachdolmetscherinnen habe ich in der Schule kennengelernt. Sie haben mich 7 Stunden pro Woche begleitet. 

Was daran gut ist: Dass man alles mitliest, was der Sprecher gerade sagt. So konnte ich dem Unterricht problemlos folgen. Aber natürlich gab es einige Lehrer, die nicht mit dem Einsatz von Schriftsprachdolmetschen einverstanden waren. Der Grund ist, dass sie anfangs nicht genau wussten, was Schriftsprachdolmetscher eigentlich schreiben. Das Mitgeschriebene wurde danach per Mail geschickt, um beispielsweise für eine Prüfung zu lernen. 

Mit dem ganzen Team war ich sehr zufrieden und fand die Unterstützung sehr hilfreich, deshalb wollte ich, dass das Schriftsprachdolmetsch-Team mich bis zur Matura begleitet. Und das haben die Schriftsprachdolmetscherinnen auch gemacht. 

Ich bin sehr dankbar, solche Menschen kennengelernt zu haben. Wenn ihr euch aber fragt, ob das Lesen von Mitschriften nicht beschwerlich ist: Anfangs war es etwas anstrengend, sehr lange Texte zu lesen, aber wir haben uns geeinigt, nur das mitzuschrieben, was relevant für den Unterricht ist. 

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